Ausstellung im Projektraum des Kunstvereins Fulda
vom 24. Mai bis 19. Juli 202

Im Juni vor 40 Jahren bauten wir auf dem Frankfurter Römerberg ein komplettes Wohnzimmer auf. Zu den Klängen von Terry Rileys „In C“ schlammten wir es akribisch mit flüssigem Ton ein. Anschließend bestrichen wir einander damit. Durch diese öffentliche Aktion wollten wir auf den Sommermarkt des BBK Frankfurt aufmerksam machen. Als Keramiker wählten wir den Tonschlamm für unsere Begegnung. Wir wussten: Ton kann plastisch zum Gestalten sein, er kann aber auch • Sparkasse hart werden und Risse bekommen. Das wollten wir in unserer romantischen Beziehung vermeiden.
Später begriffen wir: Dadurch erschlossen wir uns die Grundlagen von Performance Art, traten nicht mehr hinter unsere Arbeiten zurück, sondern wurden selbst zum Kunstwerk. Unsere Körper wurden dafür entscheidend, der Prozess wichtiger als das Ergebnis. Bald wiederholten oder variierten wir solche und andere Aktionen bei kulturellen Ereignissen. Neben besonderen Orten und ungewöhnlichen Gegenständen wurde in den Performances auch unsere eigene Beziehung zum Material – so transformierten wir das Private in etwas Allgemeines. Beispielsweise machten wir mit 200 Mausefallen sichtbar, in welche Fallen man geraten kann: tappen, einschnappen, locken.
Im Projektraum werden wir unsere vierzigjährige Geschichte der Performance Art noch einmal sinnlich nachvollziehbar machen – mit Gesprächen, Bildern, Videos und Performancespuren. Auch zeigen wir, welche Aktionen wir im Kunstverein realisiert haben: bei „Chaos“ oder „Fragile“, mit Videoprojektionen oder mit unseren Kunstschafen.
Kunstverein Fulda e. V. Habsburgergasse 2, 36037 Fulda
Öffnungszeiten: Do. bis So. 15-18 Uhr
Eröffnung der Ausstellung Sonntag 24. Mai 2026